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Es werden Posts vom Mai, 2026 angezeigt.

Stuhlinkontinenz – Teil 2: Mythen, Missverständnisse und andere Märchen aus dem Darm-Universum

Es gibt Themen, über die kursieren mehr Mythen als über den Yeti, den Berliner Flughafen und die Frage, ob DJs eigentlich nur auf Play drücken.   Stuhlinkontinenz gehört definitiv dazu. Also räumen wir heute auf.   Mit Humor.   Mit Fakten.   Und mit der nötigen Portion „Leute, bitte… wirklich jetzt?“. --- Mythos 1: „Man riecht das sofort.“ Ah ja.   Der Klassiker.   Der Mythos, der sich hält wie ein schlechter Geruch — ironischerweise völlig unbegründet. Die Wahrheit: - Moderne Produkte sind kleine Hightech-Wunder   - Geruchsbindung funktioniert wirklich   - Und 99% der Menschen sind viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um irgendwas zu merken   Wenn jemand etwas riecht, dann meistens nur sein eigenes Deo, das seit 2014 abgelaufen ist. --- Mythos 2: „Nur alte Menschen haben das.“ Wenn ich für jedes Mal, dass ich diesen Satz gehört habe, einen Euro bekommen hätte, könnte ich mir inzwischen eine V...

Es gibt Themen, über die redet man nicht. Und dann gibt es Themen, über die redet man erst recht, weil sonst niemand es tut.

Stuhlinkontinenz gehört definitiv zur zweiten Kategorie.   Ein Wort, das klingt wie ein medizinischer Endgegner, aber sich im Alltag eher anfühlt wie ein chaotischer Mitbewohner, der ungefragt in dein Leben eingezogen ist und ständig Überraschungspartys schmeißt. Und weil ich keine Lust habe, mich dafür zu schämen, schreibe ich heute darüber.   Mit Humor. Mit Ehrlichkeit. Und mit ein bisschen „Leute, entspannt euch mal“. --- 1. Der Moment, in dem du merkst: Dein Darm hat eigene Pläne Es gibt diese Tage, da läuft alles super.   Und dann gibt es Tage, da läuft… na ja… anderes. Der Darm ist wie ein DJ, der plötzlich beschließt, einen Track zu spielen, den niemand bestellt hat.   Ohne Vorwarnung. Ohne Übergang. Ohne Rücksicht auf deinen Terminkalender. Und du stehst da und denkst:   „Ach, du bist also heute wieder in Stimmung. Super.“ --- 2. Die Gesellschaft: „Darüber redet man nicht.“ Ich: „Hold my coffee.“ Ich schwöre, sobald man das Wort ...

Die mentale Checkliste, die ich im Kopf habe – ohne dass es jemand merkt Oder: Warum mein Gehirn eigentlich ein voll ausgestattetes Kontrollzentrum ist

Es gibt Menschen, die stehen morgens auf, ziehen sich an, gehen raus und leben ihr Leben.   Und dann gibt es mich. Nicht, weil ich kompliziert bin.   Sondern weil mein Alltag ein paar Extras hat, die andere nicht sehen — und die mein Gehirn zu Höchstleistungen motivieren. Während ich nach außen wirke wie jemand, der einfach entspannt durch den Tag geht, läuft in meinem Kopf ein vollautomatisches System, das ungefähr so klingt wie: „Okay Team, alle auf Position. Wir haben einen neuen Tag. Checkliste starten.“ --- 1. „Wie lange bin ich unterwegs?“ – Der Masterplan Andere überlegen:   „Brauche ich eine Jacke?“ Ich überlege:   „Wie lange bin ich weg? Wie viele Wechsel brauche ich? Wie viele Eventualitäten? Wie viele Pausen? Wie viele Möglichkeiten, kurz durchzuatmen?“ Mein Gehirn plant das wie ein Logistikunternehmen: - „Drei Stunden? Easy.“   - „Sechs Stunden? Okay, wir nehmen die Deluxe-Ausstattung.“   - „Ganzer Tag? Alles klar, ...

Was ich früher geglaubt habe – und was ich heute weiß Ein Blick zurück, der mich heute nur noch stärker macht

Es gibt zwei Versionen von mir:   Die, die ich früher war.   Und die, die ich heute bin. Früher habe ich Dinge geglaubt, die mich klein gemacht haben.   Heute weiß ich es besser.   Nicht, weil plötzlich alles perfekt ist, sondern weil ich aufgehört habe, gegen mich selbst zu kämpfen. Und genau darüber will ich reden. --- Früher dachte ich: „Ich muss das verstecken.“ Ich war überzeugt, dass mein Wert davon abhängt, wie gut ich Dinge unsichtbar machen kann.   Dass niemand merken darf, was bei mir anders läuft.   Dass Normalität etwas ist, das man nach außen hin spielt. Heute weiß ich:   Nichts an mir muss versteckt werden.   Nicht meine Routinen.   Nicht meine Anpassungen.   Nicht meine Realität. Ich bin nicht weniger wert, nur weil ich anders funktioniere.   Ich bin nur… ich. --- Früher dachte ich: „Wenn jemand etwas merkt, ist alles vorbei.“ Ich hatte diese Horrorvorstellung:...

Auf zu neuen Taten auf TikTok – gegen das Tabu

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Seit rund sieben Jahren bin ich auf TikTok unterwegs, seit zwei Jahren auch aktiv als DJ. Doch am 18.05.2026 habe ich etwas Neues gestartet:   Mein Format „Noch ganz dicht? – Ich gegen das Tabu“, passend zu meinem Blog. Und ich muss sagen: Ich bin selbst überrascht, wie stark und positiv die ersten Reaktionen sind. Es fühlt sich an, als wäre ich endlich genau auf dem Weg, auf den ich so lange hingearbeitet habe – meinen Teil dazu beizutragen, das Tabu rund um Inkontinenz zu brechen. --- Der erste Livestream – und ein Moment, der mich berührt hat Mein TikTok Kanal Gleich am ersten Tag habe ich einen Livestream gestartet. Ein Thema, über das kaum jemand spricht – aber über das ich nach 21 Jahren Erfahrung mit Harn- und Stuhlinkontinenz mehr als genug erzählen kann.   Und dann passierte etwas, das mich wirklich bewegt hat: Drei Gäste trauten sich, live mit mir über das Thema zu sprechen.   Das war ein besonderer Moment. Ein Moment, der mir gezeigt ...

Die Geräusche, über die niemand spricht…und warum sie mich früher wahnsinnig gemacht haben

Es gibt Dinge im Leben, über die niemand redet. Nicht, weil sie schlimm wären. Sondern weil sie einfach… peinlich-alltäglich sind.   Und ganz oben auf dieser Liste stehen: Geräusche. Nicht die großen, dramatischen Geräusche.   Sondern die kleinen, fiesen, verräterischen. Die, die nur ich höre.   Oder von denen ich denke, dass alle sie hören.   Oder die in meinem Kopf plötzlich so laut sind wie ein Presslufthammer, obwohl sie in Wirklichkeit wahrscheinlich irgendwo zwischen „Flüstern“ und „Mikro-Knistern“ liegen. --- Das Rascheln – mein persönlicher Endgegner Es gibt Tage, da denke ich:   Wenn ich mich bewege, hört man mich schon, bevor man mich sieht. Rascheln beim Sitzen.   Rascheln beim Aufstehen.   Rascheln beim Bücken.   Rascheln beim „Ich tu so, als wäre alles ganz normal“. Und das Lustige ist:   Niemand reagiert.   Nie.   Nicht ein einziges Mal. Aber mein Kopf?  ...

Warum Selbstakzeptanz kein Ziel ist, sondern ein Training

Wenn man über Selbstakzeptanz spricht, klingt es oft so, als wäre es ein Zustand, den man irgendwann erreicht.   So wie ein Level in einem Videospiel:   Ding! Glückwunsch, du hast jetzt Selbstakzeptanz freigeschaltet. Schön wär’s.   Die Wahrheit ist: Selbstakzeptanz ist kein Ziel. Sie ist ein Training.   Und manchmal ein verdammt anstrengendes. --- 1. Selbstakzeptanz passiert nicht von heute auf morgen Ich habe lange gedacht, es gäbe diesen einen Moment, in dem plötzlich alles klickt.   In dem ich meinen Körper akzeptiere.   Meine Inkontinenz.   Meine Einschränkungen.   Meine Realität. Aber dieser Moment kam nicht.   Stattdessen kamen viele kleine Momente:   - ein ehrliches Gespräch   - ein mutiger Schritt   - ein Tag, an dem ich mich nicht versteckt habe   - ein Tag, an dem ich mich DOCH versteckt habe, aber am nächsten wieder aufgestanden bin Selbstakzeptan...

Scham ist ein Arschloch – und so habe ich sie entmachtet

Scham ist wie dieser eine nervige Typ auf jeder Party:   Keiner hat ihn eingeladen, keiner mag ihn, aber irgendwie steht er trotzdem plötzlich neben dir und kommentiert alles, was du tust.   Und je mehr du versuchst, ihn zu ignorieren, desto lauter wird er. Lange Zeit hat Scham mein Leben bestimmt.   Sie hat mir eingeredet, dass ich mich verstecken muss.   Dass ich „anders“ bin.   Dass ich nicht gut genug bin. Heute weiß ich:   Scham ist ein Arschloch. Und man kann ihr die Macht nehmen. --- 1. Scham kommt nicht aus dir – sie wird dir beigebracht Ich bin nicht mit Scham geboren.   Niemand ist das.   Scham entsteht, wenn dir die Welt sagt:   „Das darf man nicht zeigen.“   „Das ist peinlich.“   „Das gehört sich nicht.“ Bei mir war es die Inkontinenz.   Ein Thema, das so viele Menschen betrifft, aber über das kaum jemand spricht.   Und genau dieses Schweigen hat ...

Wie Medien das Thema komplett falsch darstellen – und warum das ein Problem ist

Wenn man sich anschaut, wie Medien über Inkontinenz berichten, könnte man meinen, es gäbe nur zwei Sorten Betroffene:   Omas, die im Werbespot lächeln, und Menschen, die so verzweifelt sind, dass sie kaum noch Lebensfreude haben.   Dazwischen? Nichts.   Kein Alltag. Keine Realität. Keine Vielfalt. Und genau das ist das Problem. --- 1. Das „Seniorenproblem“-Narrativ In 90 % der Berichte sieht man ältere Menschen, die in Pastellfarben durch einen Garten laufen.   Alles weichgezeichnet, alles harmlos, alles „nicht so schlimm“. Was fehlt:   - junge Betroffene   - Menschen mit Behinderungen   - Menschen mit chronischen Erkrankungen   - Menschen, die mitten im Leben stehen   - Menschen, die arbeiten, feiern, daten, reisen Was das anrichtet:   Es erzeugt das Gefühl: „Ich bin zu jung dafür. Mit mir stimmt etwas nicht.“   Und das ist gefährlich. --- 2. Die Werbung tut so, als wäre alles ...

Die absurden Reaktionen, die ich erlebt habe – und was sie über unsere Gesellschaft sagen

Es gibt Momente, da frage ich mich ernsthaft, ob manche Leute heimlich ein Abo auf Fremdscham abgeschlossen haben.   Seit ich offen über meine Inkontinenz rede, sammle ich Reaktionen wie andere Leute Pokémon.   Und glaub mir: Manche davon sind so absurd, dass ich sie nicht mal erfinden könnte. Hier sind meine Highlights – und was sie über unsere Gesellschaft verraten. --- 1. „Bist du sicher, dass du das öffentlich sagen willst?“ Übersetzung: „Bitte bleib in deiner Scham, damit ich mich nicht unwohl fühlen muss.“ Ich liebe diesen Satz. Er kommt immer mit einem besorgten Blick, als hätte ich gerade angekündigt, dass ich nackt über den Marktplatz tanzen will.   Dabei sage ich nur: „Ich trage Hilfsmittel.“ Was das über unsere Gesellschaft sagt:   Wir haben kein Problem mit Krankheiten.   Wir haben ein Problem mit Ehrlichkeit. --- 2. Der Flüstermodus Du sagst „Inkontinenz“ in normaler Lautstärke.   Die andere Person antwortet in ASM...

Die 5 größten Fehler, die ich früher gemacht habe – und wie du sie vermeiden kannst

Es gibt Dinge, die man erst versteht, wenn man einmal richtig auf die Fresse geflogen ist.   Ich hab lange gebraucht, um das zu kapieren. Heute kann ich darüber lachen – damals war’s alles andere als lustig.   Und weil ich weiß, dass viele von euch ähnliche Kämpfe haben, teile ich meine fünf größten Fehler. Vielleicht ersparst du dir damit ein paar Umwege. --- 1. Ich habe versucht, „normal“ zu wirken Ich wollte nicht auffallen. Nicht anders sein. Nicht „der mit dem Problem“ sein.   Das Ergebnis: Ich war ständig angespannt, habe Situationen gemieden und mich selbst klein gemacht. Was ich heute weiß:   Normal ist eine Illusion. Und wer sich selbst versteckt, macht sich unsichtbar – nicht sympathisch. --- 2. Ich habe mich für meinen Körper geschämt Ein inkompletter Querschnitt, Inkontinenz, Hilfsmittel… ich dachte, das macht mich weniger wert.   Ich hab mich selbst härter verurteilt als jeder andere. Was ich heute weiß:   Scham is...

Es wird laut – und ich bin mittendrin

Manchmal überschlagen sich die Dinge. Und genau da bin ich gerade.   Ich schreibe mit Herstellern, mit Leuten aus der Branche, mit Menschen, die plötzlich verstanden haben: Dieses Thema ist nicht klein. Dieses Thema ist nicht peinlich. Dieses Thema ist überfällig. Und ja – ich genieße das.   Nicht, weil ich Aufmerksamkeit brauche, sondern weil ich seit Monaten offen darüber spreche und jetzt endlich die richtigen Türen aufgehen. Ich habe mich nie versteckt.   Ich habe nie so getan, als wäre das ein Geheimnis.   Ich habe Interviews gegeben, ich habe meine Geschichte erzählt, ich habe mich gezeigt. Aber jetzt passiert etwas Neues:   Die Industrie hört zu. Wirklich. Ich sitze da, lese Mails von Herstellern, die seit Jahrzehnten Produkte entwickeln, die Millionen Menschen brauchen – und plötzlich wollen sie mit mir zusammenarbeiten, um das Tabu zu brechen.   Nicht als „Fallbeispiel“.   Nicht als „Betroffener im Hintergrun...

Warum die angegebenen Aufnahmevolumen von Inkontinenzprodukten in der Praxis kaum etwas bedeuten

Wenn man neu in das Thema Inkontinenz rutscht, klammert man sich an alles, was einem irgendwie Orientierung gibt. So war es bei mir auch. Ich hatte keine Ahnung von Produkten, keinen Überblick über Marken, keine Erfahrung – also habe ich mich an das gehalten, was auf der Verpackung stand. „Aufnahmevolumen: 3000 ml“, „Super absorbent“, „Extra sicher“. Klingt beeindruckend, klingt vertrauenswürdig, klingt nach: Okay, das müsste ja locker reichen. Bis ich mich das erste Mal wirklich hingesetzt habe. Und plötzlich wurde mir klar: Diese Zahlen haben mit der Realität ungefähr so viel zu tun wie ein Crashtest mit einer echten Autobahnfahrt. Sie sind Laborwerte – und Laborwerte sind keine Lebenswerte. --- Wie diese Werte überhaupt entstehen Die angegebenen „ml“ auf der Verpackung stammen aus standardisierten Labortests. Klingt erstmal gut, oder? Standardisiert bedeutet aber: künstlich, kontrolliert, fern von allem, was im Alltag passiert. Typischer Ablauf solcher Tests: - Das Produkt wird flac...

Fragen aus Inkontinenz Foren und meine Antworten darauf

Kann Stress oder psychischer Druck Inkontinenz auslösen Aus meiner eigenen Erfahrung: Ja, Stress kann alles verstärken. Bei mir war es zwar nicht der Auslöser, aber psychischer Druck hat die Symptome deutlich verschlimmert. Wenn der Kopf dauerhaft unter Spannung steht, reagiert der Körper irgendwann. Die Blase gehört zu den ersten Stellen, die „überreagieren“. Ich habe lange gedacht, ich müsste mich einfach zusammenreißen. Heute weiß ich: Stress ist ein körperlicher Faktor, kein persönliches Versagen. --- Wird das mit der Zeit schlimmer oder kann es auch wieder besser werden Bei mir blieb es eigentlich durchweg gleich. Durch den inkompletten Querschnitt, aus dem die Inkontinenz entstanden ist, kann ich beides nicht halten. Aber ich kenne einige, die Phasen haben, in denen es schlechter wird, und Phasen, in denen es stabiler ist. Ich habe gemerkt, dass man trotzdem viel beeinflussen kann: Routinen, Produkte, mentale Entspannung. Inkontinenz ist nicht automatisch ein Weg nach unten. Man ...