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Es werden Posts vom April, 2026 angezeigt.

Mein Alltag – und die kleinen Helfer, die ihn leichter machen

Wie läuft mein Alltag eigentlich ab?   Gute Frage. Die Wahrheit ist: Kein Tag ist wie der andere. Aber es gibt Abläufe, Routinen und ein paar Dinge, die sich über die Jahre als absolut unverzichtbar herausgestellt haben. Morgens: Aufstehen, Bad, Pflege Bevor ich überhaupt ins Bad gehe, fängt mein Alltag schon im Schlafzimmer an:   Eine Nässeschutz‑Auflage fürs Bett. Klingt unspektakulär, ist aber Gold wert. Sie schützt die Matratze, spart Nerven und sorgt dafür, dass ich morgens nicht mit zusätzlichem Stress starte. Im Bad beginnt dann der erste „Akt“ des Tages:   - Körperpflege   - Wechsel der Nachtwindel   - Hautschutz Gerade die Hautpflege ist für mich ein Muss. Ich nutze meistens Barrierecremes von Tena oder Hartmann, weil sie die Haut vor Feuchtigkeit und reizenden Stoffen schützen, ohne die Windel zu verkleben. Das macht einen riesigen Unterschied. Kleidung: flexibel, bequem, unauffällig Bei der Kleidung bin ich entspannt. ...

Du bist nicht allein – und warum ich diesen Blog schreibe

Wie die Überschrift schon sagt: Du bist nicht allein.   Betroffene wie dich und mich gibt es zu Hunderttausenden. Und nein – es sind nicht nur Oma und Opa. Inkontinenz betrifft alle Altersklassen, vom Teenager bis zum Senior. Trotzdem dachte auch ich am Anfang, dass ich der Einzige bin. Dieses Gefühl kommt nicht von ungefähr: Inkontinenz ist immer noch ein Tabuthema, über das man nicht spricht, obwohl so viele Menschen damit leben. Als ich damals auf der Suche nach Informationen war, stieß ich auf verschiedene Foren – unter anderem die Deutsche Kontinenz Gesellschaft und viele andere Austauschplattformen. Als ich mich dort anmeldete, war ich ehrlich überrascht, wie viele Menschen, auch in jungen Jahren, betroffen sind. Und plötzlich wurde mir klar: Ich stehe nicht alleine da. Diese Foren kann ich jedem nur empfehlen – Betroffenen genauso wie Angehörigen.   Dort findet man: - Austausch mit Menschen, die wirklich verstehen, wovon man spricht   - Tipps und Tri...

Nicht immer hat man ein dickes Fell - und das ist okay.

Es gibt Momente im Leben, die brennen sich ein. Nicht, weil sie schön sind, sondern weil sie weh tun – und weil sie uns verändern. Auch darüber möchte ich hier schreiben. Denn Inkontinenz bedeutet nicht nur Alltag, Routinen und Lösungen finden. Manchmal bedeutet es auch, mit Menschen klarzukommen, die ihre eigene Unzufriedenheit an anderen auslassen. Eine dieser Situationen war für mich ein echter Wendepunkt. --- Der Tag im Supermarkt – und der Satz, der mich traf wie ein Schlag Es war Sommer. Ich arbeitete damals als Verkäufer in einer Metzgerei und sollte im nahegelegenen Penny-Markt Milch holen. Nichts Besonderes. Ich beugte mich runter, um den Milchkarton in den Wagen zu heben – und mein T‑Shirt rutschte hoch. Die Windel war sichtbar. Eine Frau, vielleicht Mitte 40, sah es. Sie kam auf mich zu, schaute mich von oben bis unten an und sagte: „Was sind Sie denn für ein Perverser…“ Den Rest erspare ich dir. Es war unterste Schublade. Ich war damals noch völlig unsicher, alles war frisc...

Wem sag ich was? Und wie?

Früher oder später kommt jeder an diesen Punkt:   Wem erzähle ich von meiner Inkontinenz – und wie mache ich das überhaupt? Wenn ich heute darüber nachdenke, wer alles über meine Inkontinenz Bescheid weiß, ist die Antwort einfach: alle. Ich gehe mittlerweile sehr offen damit um. Aber das war nicht immer so. Gerade am Anfang war es unglaublich schwer, darüber zu sprechen. Und ich kann dir sagen: Der größte Gegner sitzt im eigenen Kopf. Der erste Schritt: vertraute Menschen Am Anfang ist es oft leichter, sich Menschen anzuvertrauen, denen man vertraut – Familie, enge Freunde.   Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als ich meine Eltern anrief und ihnen sagte, was los ist und wie sich das auf meinen Alltag auswirkt. Auch meinen besten Freunden habe ich es erzählt. Leicht war das nicht, aber es war eine riesige Erleichterung. Und glaub mir: Es war bei weitem nicht so unangenehm, wie ich es mir vorher ausgemalt hatte. Im Gegenteil – es kamen Fragen, echtes Interesse...

Meine tägliche Pflegeroutine bei Inkontinenz - die Checkliste

Wenn man mit Inkontinenz lebt, merkt man schnell: Eine gute Hautpflege ist nicht „nice to have“, sondern absolut entscheidend. Sie entscheidet darüber, ob der Tag entspannt läuft oder ob man sich wundreibt, brennt, juckt oder einfach unwohl fühlt.   In meinem letzten Beitrag habe ich darüber geschrieben, wie wichtig das Eincremen ist. Heute gehe ich einen Schritt weiter und zeige dir meine komplette Routine – als einfache Checkliste, die du direkt übernehmen oder anpassen kannst. Ich habe lange gebraucht, um eine Routine zu finden, die wirklich funktioniert. Nicht kompliziert, nicht übertrieben, sondern alltagstauglich. Genau die teile ich hier. --- 🧼 1. Reinigen – sanft, aber gründlich Bevor irgendeine Creme Sinn ergibt, muss die Haut sauber sein.   Was ich beachte: - pH‑hautneutrale Reinigung (kein normales Duschgel)   - Keine Reibung, lieber tupfen   - Lauwarmes Wasser, kein heißes   - Weiche Tücher, keine rauen Waschlappen ...

Ich sollte mich mal eincremen

Wenn man inkontinent ist, dann wird einem sehr schnell klar: Hautschutz ist kein Luxus, sondern Pflicht. Vor allem dann, wenn man das erste Mal einen wunden Hintern oder einen gereizten Intimbereich hat. Genau an diesem Punkt wurde mir bewusst, dass wir bei meinem ersten Besuch im Sanitätshaus zwar das passende Produkt – also die Windeln – gefunden hatten, aber das Thema Pflege und Reinigung komplett unter den Tisch gefallen war. Also tat ich, was mein erster Instinkt mir sagte:   Ab in den Laden, eine Wundschutzcreme holen. Und wenn ich schon mal da bin, gleich noch ein paar Packungen Feuchttücher. Klingt logisch, oder? Tja.   Was ich zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht bedacht habe:   Ich bin ein erwachsener Mann – und kein Baby.   Und die Haut eines Erwachsenen unterscheidet sich massiv von der eines Säuglings. Kurz gesagt: Die Produkte waren schlichtweg nicht für mich geeignet. Das merkte ich allerdings erst, als mein Problem nicht besser wurd...

Warum ist das kein Standart?

Bei immer mehr Ausflügen nach draußen – unter Menschen, in die Städte, zum Einkaufen – kamen natürlich auch immer öfter Situationen, in denen ich unterwegs wechseln musste. Und eigentlich denkt man ja: kein Problem, irgendwo gibt’s immer eine öffentliche Toilette. Und wenn nicht, dann eben ins Restaurant, ins Kaufhaus oder wohin auch immer es sich gerade anbietet. Aber bei all diesen Toiletten ist mir etwas aufgefallen, bei dem ich mir sofort dachte: Warum ist das eigentlich nicht Standard?   Und die Antwort ist so unspektakulär, dass es fast weh tut: Mülleimer in den Kabinen der Herrentoiletten. Denn die gibt es dort schlichtweg nicht – zumindest bei gefühlt 90 % nicht. Klar, draußen bei den Waschbecken steht fast immer ein Mülleimer. Aber im dümmsten Fall stehen da auch Leute. Und gerade am Anfang, so war es bei mir, wollte ich alles vermeiden, was anderen mein Problem sichtbar macht. Du willst nicht mit einer zusammengefalteten Windel an drei Fremden vorbeilaufen, während d...

Das erste Mal wieder raus – und die Gedanken, die mich begleitet haben

Der erste Schritt zurück ins Leben, raus aus den eigenen vier Wänden und wieder unter Menschen zu gehen, war für mich alles andere als leicht. Mein Kopf war damals ein einziger Alarmknopf. Ständig kreisten die gleichen Fragen: Sieht man etwas? Habe ich einen dicken Hintern? Trägt die Windel auf? Und bevor ich weiter erzähle, nehme ich dir – ja, genau dir, der das hier gerade liest – direkt die größte Angst: Wenn du nicht gerade eine hautenge Leggings oder superenge Jeans trägst, sieht man absolut nichts. Wirklich nichts. Und selbst wenn der Hintern mal etwas runder wirkt, denken 95% der Menschen an alles Mögliche – aber sicher nicht an eine Windel. Mal ehrlich: Wie oft hast du jemanden mit einem etwas größeren Po gesehen und sofort gedacht: „Ganz klar, der trägt eine Windel.“   Richtig. Vermutlich noch nie. Trotzdem gab es bei mir eine Situation, die mich damals komplett aus der Bahn geworfen hat. Ich hatte ein etwas zu kurzes T‑Shirt an. Beim Einkaufen musste ich mich bücken,...

Das richtige Produkt – oder: Wie ich lernte, mich im Dschungel der Inkontinenzprodukte zurechtzufinden

Eine neue Blogseite, ein neues Kapitel. Heute geht es um ein Thema, das für viele Betroffene eine echte Herausforderung ist: das richtige Produkt finden. Klingt simpel, ist es aber ganz und gar nicht. Für mich war es damals eine Mischung aus Überforderung, Frust, Überraschungen und am Ende auch ein bisschen Stolz, weil ich mich da durchgebissen habe. Meine erste Anlaufstelle war das naheliegende Sanitätshaus. Schon der Gedanke daran, wieder mit jemandem über etwas zu sprechen, das man eigentlich nicht unbedingt thematisieren will, war unangenehm. Aber mein erster Gedanke war auch: Hey, das ist ein Sanitätshaus. Die reden den ganzen Tag darüber. Du bist nicht der Erste und nicht der Letzte. Und genau so war es. Diese Hürde war am Ende viel kleiner, als ich sie mir ausgemalt hatte. Dann stand ich da – vor einer Auswahl, die ich so nie erwartet hätte. Slip‑Einlagen, kleine Einlagen, große Einlagen, Pants zum Hochziehen und natürlich Windeln. Nachdem wir geklärt hatten, um welche Art Inkon...

Die ersten Wochen - als plötzlich alles anders war

  Als ich nach meinem Wirbelbruch aus dem Krankenhaus kam, war mir eines sofort klar: Mein Leben würde sich verändern. Aber wie heftig diese ersten Wochen wirklich werden würden, darauf war ich nicht vorbereitet. Von einem Tag auf den anderen musste ich Inkontinenz‑Slips tragen – oder, um es so zu sagen, wie es sich damals angefühlt hat: Windeln. Und das hat mich komplett aus der Bahn geworfen. Die ersten Wochen waren eine Katastrophe. Nicht, weil ich mich körperlich schlecht fühlte, sondern weil ich plötzlich jeden einzelnen Schritt meines Alltags neu planen musste. Dinge, über die man vorher nie nachdenkt, wurden auf einmal riesengroß. Was brauche ich, wenn ich das Haus verlasse? Wie lange kann ich wegbleiben? Was mache ich, wenn etwas schiefgeht? Ich hatte keine Ahnung. Gar keine. Also ging der erste Weg zum Arzt, um ein Rezept zu holen. Und da kam direkt die erste Konfrontation mit der neuen Realität: ein Rezept in der Hand, aber gleichzeitig eine Auswahl an Mustern, Produkten,...

Meine Geschichte vom Wirbelbruch zum offenen Umgang mit Inkontinenz

  Ich war 18 Jahre alt, mitten im Berufsleben, als sich mein Leben von einem Tag auf den anderen verändert hat. Ein Wirbelbruch führte zu einem inkompletten Querschnitt – und damit zu etwas, worüber niemand in meinem Alter spricht: Harn- und Stuhlinkontinenz. Die erste Zeit war hart. Nicht nur körperlich, sondern vor allem im Kopf. Mit 18 willst du arbeiten, feiern, leben, frei sein. Stattdessen musste ich plötzlich lernen, mit etwas umzugehen, das für viele ein Tabu ist. Ich fühlte mich überfordert, verunsichert und manchmal auch einfach nur wütend. Aber ich bin nicht der Typ, der sich lange versteckt. Relativ schnell habe ich für mich entschieden: Ich gehe offen damit um. Nicht, weil es leicht war – sondern weil es der einzige Weg war, der sich richtig angefühlt hat. Und dieser Schritt hat vieles einfacher gemacht. Offenheit hat mir Freiheit zurückgegeben. Ich musste mich nicht mehr verstellen, nicht mehr Ausreden erfinden, nicht mehr so tun, als wäre alles normal. Ich konnte ...

Über mich

 „Ich bin Dennis, komme aus Heidenheim und lebe seit über 20 Jahren mit Inkontinenz. Ich spreche offen darüber, weil dieses Thema immer noch viel zu viel Scham auslöst. Mit diesem Blog möchte ich zeigen, dass Betroffene nicht allein sind – und dass ein normales, aktives Leben trotzdem möglich ist.“