Ich sollte mich mal eincremen

Wenn man inkontinent ist, dann wird einem sehr schnell klar: Hautschutz ist kein Luxus, sondern Pflicht. Vor allem dann, wenn man das erste Mal einen wunden Hintern oder einen gereizten Intimbereich hat. Genau an diesem Punkt wurde mir bewusst, dass wir bei meinem ersten Besuch im Sanitätshaus zwar das passende Produkt – also die Windeln – gefunden hatten, aber das Thema Pflege und Reinigung komplett unter den Tisch gefallen war.

Also tat ich, was mein erster Instinkt mir sagte:  
Ab in den Laden, eine Wundschutzcreme holen. Und wenn ich schon mal da bin, gleich noch ein paar Packungen Feuchttücher. Klingt logisch, oder?

Tja.  
Was ich zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht bedacht habe:  
Ich bin ein erwachsener Mann – und kein Baby.  
Und die Haut eines Erwachsenen unterscheidet sich massiv von der eines Säuglings. Kurz gesagt: Die Produkte waren schlichtweg nicht für mich geeignet.

Das merkte ich allerdings erst, als mein Problem nicht besser wurde.  
„Überraschung.“  
Es lag an den Feuchttüchern. Und die Creme, die ich gekauft hatte, machte alles sogar noch schlimmer – meine Windeln liefen häufiger aus.

Warum?  
Weil so eine Creme wie Penaten die Oberfläche der Windel verschließt. Die Windel kann nicht mehr richtig aufnehmen, die Feuchtigkeit bleibt, wo sie nicht bleiben soll. Hinterher ist man immer schlauer.

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Zurück ins Sanitätshaus – diesmal richtig

In meinem Sanitätshaus des Vertrauens gingen wir das Thema dann endlich gründlich durch.

Ich kaufte:

- Eine Zinkcreme, die die Oberfläche nicht verklebt  
- Eine Barrierecreme, die Feuchtigkeit von der Haut fernhält und für erwachsene Haut gemacht ist  
- Einen Reinigungsschaum, der mir besonders bei der Stuhlinkontinenz das Reinigen enorm erleichtert  
- Feuchttücher in Erwachsenengröße – und siehe da, die sind sogar um einiges größer. Macht ja total Sinn.

Nach diesem Einkauf wurde mir erneut klar, an was man alles denken muss, wenn man inkontinent ist – Dinge, über die man vorher nie nachgedacht hat, weil sie einfach nicht Teil des eigenen Lebens waren.

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