Meine Geschichte vom Wirbelbruch zum offenen Umgang mit Inkontinenz

 Ich war 18 Jahre alt, mitten im Berufsleben, als sich mein Leben von einem Tag auf den anderen verändert hat. Ein Wirbelbruch führte zu einem inkompletten Querschnitt – und damit zu etwas, worüber niemand in meinem Alter spricht: Harn- und Stuhlinkontinenz.

Die erste Zeit war hart. Nicht nur körperlich, sondern vor allem im Kopf. Mit 18 willst du arbeiten, feiern, leben, frei sein. Stattdessen musste ich plötzlich lernen, mit etwas umzugehen, das für viele ein Tabu ist. Ich fühlte mich überfordert, verunsichert und manchmal auch einfach nur wütend.

Aber ich bin nicht der Typ, der sich lange versteckt. Relativ schnell habe ich für mich entschieden: Ich gehe offen damit um. Nicht, weil es leicht war – sondern weil es der einzige Weg war, der sich richtig angefühlt hat. Und dieser Schritt hat vieles einfacher gemacht.

Offenheit hat mir Freiheit zurückgegeben. Ich musste mich nicht mehr verstellen, nicht mehr Ausreden erfinden, nicht mehr so tun, als wäre alles normal. Ich konnte einfach ich sein – mit allem, was dazugehört.

Heute, über 20 Jahre später, ist die Inkontinenz immer noch Teil meines Lebens. Aber sie bestimmt es nicht. Ich arbeite, ich lebe, ich lege als DJ auf, ich reise, ich genieße mein Leben. Und ich habe gelernt: Scham macht alles schwerer. Offenheit macht vieles leichter.

Mit diesem Blog möchte ich zeigen, dass Inkontinenz kein Randthema ist und schon gar kein Grund, sich zu verstecken. Ich möchte erzählen, wie es wirklich ist – ehrlich, direkt und ohne Tabu.

Wenn du selbst betroffen bist: Du bist nicht allein. Und wenn du einfach verstehen willst, wie das Leben mit so einer Diagnose aussieht – willkommen.

Das hier ist mein Weg, das Schweigen zu brechen. Das hier ist „Noch ganz dicht?“.

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