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Inkontinenz und Schwerbehinderung in der Partnerschaft – kann Liebe trotzdem funktionieren?

„Ich könnte das nicht.“ Diesen Satz lese ich immer wieder unter meinen Videos, wenn ich über Inkontinenz, Behinderung und Partnerschaft spreche. Und ganz ehrlich: Manchmal macht mich dieser Satz traurig. Nicht, weil ich nicht unglaublich dankbar für meine Frau wäre. Im Gegenteil. Ich bin sehr froh, dass sie an meiner Seite ist, und ich bin stolz darauf, was wir gemeinsam aufgebaut haben. Aber wenn Menschen schreiben: „Boah, ich könnte das nicht. Deine Frau ist echt toll“, steckt darin für mich manchmal noch etwas anderes. Nämlich die Vorstellung, dass eine Beziehung mit einem inkontinenten oder schwerbehinderten Menschen eigentlich kaum funktionieren kann. Und genau darüber möchte ich sprechen. Wie ist Inkontinenz eigentlich in einer Partnerschaft? Die kurze Antwort lautet: Anders – aber nicht automatisch schlechter. Natürlich verändert Inkontinenz bestimmte Dinge im Alltag. Bei mir bedeutet sie beispielsweise, dass ich nicht einfach auf die Toilette gehen kann, wenn ich das Bedürfnis ...

„Wenn meine Frau nicht da ist – und meine Verhinderungspflege übernimmt“

Es gibt Tage, da läuft mein Alltag stabil. Und dann gibt es die anderen Tage – die, an denen mein Körper und mein Kopf gemeinsam beschließen, dass heute wohl ein „Pflegegrad‑3‑Tag“ wird. Meine Inkontinenz ist ein großer Teil davon, klar. Aber sie ist nicht alles.   Meine Bewegungseinschränkung nach den Tumor‑OPs, die massiven Rückenprobleme und die psychischen Belastungen spielen genauso rein.   Und genau deshalb brauche ich manchmal Unterstützung – auch wenn ich es nicht gern zugebe. Normalerweise ist meine Frau diejenige, die mich durch solche Tage begleitet.   Aber sie kann nicht immer da sein. Und sie soll es auch nicht müssen. Deshalb habe ich meine Verhinderungspflege – eine Person, die ich sehr gut kenne und der ich vertraue. --- 1. Warum ich überhaupt Unterstützung brauche Pflegegrad 3 bedeutet bei mir nicht „ein Problem“, sondern eine Kombination aus mehreren Dingen, die sich gegenseitig beeinflussen: - Die Inkontinenz, die unberechenbar ist und mi...

„21 Jahre Inkontinenz – und warum ich heute offener darüber rede als über meinen Musikgeschmack“

Es gibt Themen, die man sich nicht aussucht. Und dann gibt es Themen, die einen aussuchen – und nicht mehr loslassen. Inkontinenz gehört für mich ganz klar zur zweiten Kategorie.   Nicht sexy, nicht cool, nicht „Creator‑Lifestyle“… aber verdammt real.   Und genau deshalb schreibe ich diesen Blogeintrag: weil ich gemerkt habe, dass Offenheit nicht nur befreit, sondern auch verbindet. --- Wie alles begann – und warum ich irgendwann aufgehört habe, mich zu verstecken Ich lebe seit über zwei Jahrzehnten mit Inkontinenz. Das heißt: Ich kenne die peinlichen Momente, die Panik vor Situationen, die man nicht kontrollieren kann, und die Scham, die man sich selbst einredet, obwohl man nichts falsch gemacht hat. Was sich verändert hat?   Ich.   Und zwar nicht plötzlich, sondern Stück für Stück. - Der Moment, in dem ich gemerkt habe, dass Schweigen schwerer ist als Reden.   - Der Moment, in dem ich verstanden habe, dass Offenheit nicht Schwäche ist,...

„Dinge, die wegen meiner Inkontinenz einfach nicht gehen – und warum das manchmal richtig weh tut“

Es gibt Tage, da nervt meine Harn‑ und Stuhlinkontinenz nicht nur.   Sie nimmt mir Dinge komplett weg.   Nicht einschränken – wegnehmen.   Und genau darüber rede ich heute. Ohne Filter, ohne Schönreden. --- Schwimmen – der Klassiker, der für mich einfach nicht geht Schwimmen ist für viele Menschen Freiheit.   Für mich ist es ein Risiko, das ich nicht eingehen kann. Ich liebe Wasser. Ich liebe das Gefühl, schwerelos zu sein.   Aber mit Inkontinenz ist Schwimmen nicht einfach „schwierig“ – es ist unmöglich. Warum? - Produkte halten im Wasser nicht – egal ob Harn oder Stuhl.   - Jeder Unfall wäre sofort sichtbar – und nicht nur für mich.   - Ich hätte keine Kontrolle – Wasser verstärkt das Gefühl, ausgeliefert zu sein.   Ich sehe Menschen am See, im Freibad, im Urlaub am Pool.   Und ich denke:   „Ich würde das so gerne auch können.“ Aber ich kann es nicht. Punkt. --- Sauna & Wellness – t...

Was mich meine Inkontinenz im Monat wirklich kostet

Inkontinenz ist nicht nur ein medizinisches Thema, sondern auch ein finanzielles. Wenn ich mir einmal im Monat ganz nüchtern anschaue, was da zusammenkommt, wird mir jedes Mal klar: Das ist ein fester Posten in meinem Budget, den man von außen gar nicht sieht. Und trotzdem brauche ich all diese Dinge, damit mein Alltag halbwegs würdevoll, hygienisch und stressfrei funktioniert. --- Meine festen Monatskosten für Hilfsmittel Hauptversorgung: Windeln und Pflegeprodukte - Super Seni Quatro L (Karton mit 60 Stück):     Dass sind meine Inkontinenz Windeln  und in einen Karton sind 60 Stück.     Preis pro Karton: 62,64 €     Ich komme aber nicht mit einem Karton aus, sondern rechne mit 3 Kartons im Monat, also:        Monatskosten Windeln: 187,92 € - Feuchttücher (8 x 80 Stück):     Für jede Versorgung, unterwegs, zu Hause, zwischendurch.     Preis: 29,70 € pro Monat - Barrierecreme: ...

Was „Ich kann gerade nicht“ wirklich bedeutet

Es gibt Tage, da wache ich auf und weiß schon beim ersten Schritt: Heute entscheidet nicht mein Kopf, sondern mein Körper.   Und das ist der Punkt, den viele nicht verstehen. Für Außenstehende sieht es aus wie „Er will nicht“.   Aber die Wahrheit ist: Ich würde gerne. Ich kann nur nicht. Nach meiner zweiten Tumor‑OP war das besonders brutal. Fast zwei Jahre lang konnte ich so gut wie nichts machen, obwohl ich innerlich gebrannt habe, wieder aktiv zu sein. Ich wollte raus, wollte arbeiten, wollte leben – aber mein Körper hat mich jedes Mal ausgebremst. Nicht ein bisschen, sondern komplett. Ich konnte nicht laufen, nicht stehen, nicht sitzen ohne Schmerzen. Und wenn du nicht laufen kannst, wird die Inkontinenz zu einem Problem, das kaum jemand begreift.   Bei mir ist es ja nicht so, dass ich merke, dass ich muss. Harn und Stuhl laufen einfach.   Und wenn du dich nicht bewegen kannst, nicht schnell reagieren kannst, nicht mal eben wohin kommst – dann...

💬 Wenn der Körper Grenzen setzt – und der Kopf trotzdem weitermacht

Es gibt Tage, da fühlt sich jeder Schritt an wie ein kleiner Sieg. Und andere, da ist selbst das Aufstehen eine Herausforderung.   Ich lebe mit den Folgen von zwei Tumoroperationen am rechten Bein, einem Wirbelbruch und mittlerweile sieben Bandscheibenvorfällen. Das rechte Bein bleibt taub, das linke wird durch die Wirbelsäulenprobleme bis zu dreißig Mal am Tag gefühllos. 500 Meter ohne Hilfsmittel sind mein Limit – danach zwingt mich der Schmerz zum Stehenbleiben. In den letzten Monaten bin ich mehrfach gestürzt, einfach weil die Beine manchmal nicht mehr mitmachen. Längeres Sitzen? Nach einer halben Stunde meldet sich der Rücken mit Schmerzen, die mich zwingen, aufzustehen – egal, wo ich bin. Seit meiner Lungenembolie ist selbst Treppensteigen ein kleiner Kampf um Luft. Asthma tut sein Übriges und sorgt dafür, dass ich ohne Spray kaum durchatmen kann.   Und dann ist da noch das, worüber viele schweigen: Harn- und Stuhlinkontinenz, seit 21 Jahren unverändert. Kein T...

Die stille Stärke hinter dem Tabu

Wie es ist, mit einem Tabu zu leben Wenn Menschen über Stärke reden, meinen sie meistens das Offensichtliche: große Entscheidungen, laute Statements, sichtbare Kämpfe.   Meine Realität sieht anders aus. Meine Stärke ist oft leise. Sie passiert nicht auf Bühnen, sondern im Badezimmer, im Supermarkt, auf dem Weg zur Arbeit, im Kopf, wenn niemand zuschaut.   Ich lebe mit einem Thema, über das viele nicht sprechen wollen: Inkontinenz.   Ein Wort, das für die meisten maximal in der Werbung vorkommt – für mich aber Alltag ist.   Und genau da beginnt das Problem: Nicht die Inkontinenz selbst ist das Schlimmste, sondern das Tabu darum. Was Tabu mit mir gemacht hat Ein Tabu ist wie ein unsichtbarer Filter über deinem Leben.   Es entscheidet, was „okay“ ist und was „peinlich“.   Es sagt dir nicht direkt: „Du bist falsch“, aber es sorgt dafür, dass du dich genau so fühlst. Ich habe lange gedacht:   - „Das darf niemand wissen.“...

Wie Social Media hilft – und manchmal nervt

💬 Zwischen Bühne und Spiegel Social Media ist für mich wie ein Spiegel mit eingebautem Lautsprecher: Es zeigt, wer ich bin, und lässt gleichzeitig alle anderen etwas dazu sagen.   Ich liebe die Möglichkeit, Menschen zu erreichen, Themen sichtbar zu machen, über die sonst niemand spricht. Ohne TikTok, Insta & Co. wäre mein Weg mit „Noch ganz dicht?“ wahrscheinlich nie so weit gekommen.   Aber – und das ist der ehrliche Teil – manchmal ist es auch einfach laut. Zu laut. 🚀 Die guten Seiten - Community‑Power – Menschen, die sich gegenseitig Mut machen, weil sie sich in meinen Videos wiederfinden.   - Sichtbarkeit – Themen wie Inkontinenz bekommen endlich Gesichter und Geschichten.   - Direkter Austausch – Kommentare, die ehrlich sind, nicht perfekt.   - Kreative Freiheit – Ich kann ernste Themen mit Humor verbinden, ohne dass jemand vorher fragt, ob das „geht“. 😤 Die nervigen Seiten - Algorithmus‑Launen – Du gibst alles, und plötzlich...

Es geht los und wird echt spannend.

In den letzten Wochen ist unglaublich viel passiert. Ich habe die ersten Schritte gewagt, um meine Mission weiter voranzubringen: Inkontinenz aus der Tabuzone zu holen und die Sichtbarkeit jüngerer Betroffener zu erhöhen. Dafür habe ich verschiedene Firmen kontaktiert – mit dem klaren Ziel, einen starken Partner zu finden, der diese Reise mit mir geht und mich dabei unterstützt, Aufklärung, Mut und echte Informationen nach außen zu tragen. Jetzt ist es so weit: Ich bekomme die ersten Produkte von TZMO mit ihrer Marke Seni zugeschickt.   Für mich bedeutet das nicht einfach nur ein Paket – es ist der erste echte Schritt in eine Zusammenarbeit, die mir persönlich sehr viel bedeutet. Es fühlt sich spannend, aufregend und gleichzeitig unglaublich motivierend an. Endlich beginnt etwas, das ich mir lange gewünscht habe: ein Partner, der versteht, wie wichtig dieses Thema ist und wie viel Aufklärung noch fehlt. In den nächsten Tagen wird es deshalb richtig aktiv auf meinen Kanälen. Ic...

Was ich früher geglaubt habe – und was ich heute weiß Ein Blick zurück, der mich heute nur noch stärker macht

Es gibt zwei Versionen von mir:   Die, die ich früher war.   Und die, die ich heute bin. Früher habe ich Dinge geglaubt, die mich klein gemacht haben.   Heute weiß ich es besser.   Nicht, weil plötzlich alles perfekt ist, sondern weil ich aufgehört habe, gegen mich selbst zu kämpfen. Und genau darüber will ich reden. --- Früher dachte ich: „Ich muss das verstecken.“ Ich war überzeugt, dass mein Wert davon abhängt, wie gut ich Dinge unsichtbar machen kann.   Dass niemand merken darf, was bei mir anders läuft.   Dass Normalität etwas ist, das man nach außen hin spielt. Heute weiß ich:   Nichts an mir muss versteckt werden.   Nicht meine Routinen.   Nicht meine Anpassungen.   Nicht meine Realität. Ich bin nicht weniger wert, nur weil ich anders funktioniere.   Ich bin nur… ich. --- Früher dachte ich: „Wenn jemand etwas merkt, ist alles vorbei.“ Ich hatte diese Horrorvorstellung:...

Die Geräusche, über die niemand spricht…und warum sie mich früher wahnsinnig gemacht haben

Es gibt Dinge im Leben, über die niemand redet. Nicht, weil sie schlimm wären. Sondern weil sie einfach… peinlich-alltäglich sind.   Und ganz oben auf dieser Liste stehen: Geräusche. Nicht die großen, dramatischen Geräusche.   Sondern die kleinen, fiesen, verräterischen. Die, die nur ich höre.   Oder von denen ich denke, dass alle sie hören.   Oder die in meinem Kopf plötzlich so laut sind wie ein Presslufthammer, obwohl sie in Wirklichkeit wahrscheinlich irgendwo zwischen „Flüstern“ und „Mikro-Knistern“ liegen. --- Das Rascheln – mein persönlicher Endgegner Es gibt Tage, da denke ich:   Wenn ich mich bewege, hört man mich schon, bevor man mich sieht. Rascheln beim Sitzen.   Rascheln beim Aufstehen.   Rascheln beim Bücken.   Rascheln beim „Ich tu so, als wäre alles ganz normal“. Und das Lustige ist:   Niemand reagiert.   Nie.   Nicht ein einziges Mal. Aber mein Kopf?  ...