Das erste Mal wieder raus – und die Gedanken, die mich begleitet haben

Der erste Schritt zurück ins Leben, raus aus den eigenen vier Wänden und wieder unter Menschen zu gehen, war für mich alles andere als leicht. Mein Kopf war damals ein einziger Alarmknopf. Ständig kreisten die gleichen Fragen: Sieht man etwas? Habe ich einen dicken Hintern? Trägt die Windel auf?

Und bevor ich weiter erzähle, nehme ich dir – ja, genau dir, der das hier gerade liest – direkt die größte Angst: Wenn du nicht gerade eine hautenge Leggings oder superenge Jeans trägst, sieht man absolut nichts. Wirklich nichts. Und selbst wenn der Hintern mal etwas runder wirkt, denken 95% der Menschen an alles Mögliche – aber sicher nicht an eine Windel.

Mal ehrlich: Wie oft hast du jemanden mit einem etwas größeren Po gesehen und sofort gedacht: „Ganz klar, der trägt eine Windel.“  
Richtig. Vermutlich noch nie.

Trotzdem gab es bei mir eine Situation, die mich damals komplett aus der Bahn geworfen hat. Ich hatte ein etwas zu kurzes T‑Shirt an. Beim Einkaufen musste ich mich bücken, das Shirt rutschte hoch – und ein paar Leute konnten die Windel sehen. Heute zucke ich darüber nur noch mit den Schultern. Damals war es für mich der Weltuntergang.

Weil ich diese peinliche Situation unbedingt vermeiden wollte, suchte ich nach einer Lösung. Und wie so oft war sie viel einfacher, als ich dachte: Bodys.  
Ganz normale Bodys, die man im Schritt zuknöpft. Sie sehen aus wie T‑Shirts, sitzen perfekt und haben einen riesigen Vorteil: Sie halten die Windel dort, wo sie hingehört. Kein Hochrutschen, kein Verrutschen, kein Stress.

Mittlerweile habe ich bestimmt 15 Stück davon – und das Problem ist auf Null reduziert.

Rückblickend wurde mir klar: Die meisten unangenehmen Situationen existierten nur in meinem Kopf. Die Angst, die Scham, die Unsicherheit – all das war viel größer als die Realität. Aber bis ich das wirklich verinnerlicht habe und welche Erfahrungen ich auf diesem Weg noch gemacht habe, erzähle ich dir in den nächsten Kapiteln.


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