Du bist nicht allein – und warum ich diesen Blog schreibe
Wie die Überschrift schon sagt: Du bist nicht allein.
Betroffene wie dich und mich gibt es zu Hunderttausenden. Und nein – es sind nicht nur Oma und Opa. Inkontinenz betrifft alle Altersklassen, vom Teenager bis zum Senior. Trotzdem dachte auch ich am Anfang, dass ich der Einzige bin. Dieses Gefühl kommt nicht von ungefähr: Inkontinenz ist immer noch ein Tabuthema, über das man nicht spricht, obwohl so viele Menschen damit leben.
Als ich damals auf der Suche nach Informationen war, stieß ich auf verschiedene Foren – unter anderem die Deutsche Kontinenz Gesellschaft und viele andere Austauschplattformen. Als ich mich dort anmeldete, war ich ehrlich überrascht, wie viele Menschen, auch in jungen Jahren, betroffen sind. Und plötzlich wurde mir klar: Ich stehe nicht alleine da.
Diese Foren kann ich jedem nur empfehlen – Betroffenen genauso wie Angehörigen.
Dort findet man:
- Austausch mit Menschen, die wirklich verstehen, wovon man spricht
- Tipps und Tricks für den Alltag
- Antworten auf Fragen, die man sich vielleicht nicht zu stellen traut
- Unterstützung, wenn man selbst mal nicht weiterweiß
Ich war selbst lange sehr aktiv in solchen Foren und habe schnell gemerkt, dass ich mehr tun möchte. Ich wollte etwas gegen das Tabu unternehmen. Ich wollte verhindern, dass Betroffene sich schämen oder verstecken müssen. Denn genau das habe ich dort immer wieder gelesen:
„Ich verlasse das Haus nicht mehr.“
„Was ist, wenn jemand etwas sieht?“
„Was, wenn ich in eine peinliche Situation komme?“
Diese Angst ist real – aber sie muss nicht das ganze Leben bestimmen.
Genau deshalb mache ich diesen Blog.
Ich möchte zeigen: So schlimm ist das alles nicht. Man kann damit leben – frei, selbstbewusst und ohne sich zu verstecken.
Ich habe sogar schon ein Interview gegeben, nachdem mich die Online-Zeitschrift Jetzt über ein Forum angeschrieben hat. Hier der Link dazu:
https://www.sueddeutsche.de/jetzt/gesundheit/die-allermeisten-verlassen-das-haus-nicht-mehr-jzt.cjo7aknla017o0jx9s21l7jxn
Aktuell habe ich mich auch an unsere lokale Zeitung gewandt und an so ziemlich alle Hersteller von Inkontinenzprodukten, die ich kenne. Ich möchte etwas bewegen.
Ich möchte, dass in der Werbung alle Altersklassen vorkommen.
Ich möchte, dass sichtbar wird, dass Inkontinenz nicht nur altersbedingt ist, sondern viele Ursachen haben kann.
Ich möchte, dass Betroffene sich gesehen und gehört fühlen.
Und ich möchte, dass Nicht-Betroffene sensibilisiert werden – denn Aufklärung funktioniert nur, wenn man darüber spricht.
Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, dieses Thema offen anzugehen:
mit meiner Erfahrung, meinen Erlebnissen und dem Austausch mit anderen.
Deshalb gibt es diesen Blog.
Ich möchte helfen – für ein unbeschwerteres, selbstbestimmtes Leben.
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